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Wort zum Tag

anstoss N brille

Samstag, 18. Februar 2017

Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten. Jesaja 65,1

Fang mich doch! Es entwischt uns immer wieder. Berührt nur kurz die Fingerspitzen. Zerrinnt zwischen den offenen Händen. Springt davon wie ein Gummiball, mit dem Kinder so gerne spielen. Fang mich doch! Drei Wörter, ein Gefühl, ein Glaube. Die Antwort, die wir Jesus Christus nennen.

Die Antwort, das Evangelium, die Freude und das Glück. Gott. Fang mich doch! Aber renn mir nicht hinterher. Versuch nicht, mich zu berühren. Ein reines Paradox. Wir Menschen können nicht gut mit dem Asymmetrischen leben, mit dem, was irgendwie nicht zusammenpasst, nicht logisch ist, sich widerspricht.

Wir Menschen wollen Einheit und klare Antworten. Und suchen deshalb. Fragen nach dem, was wir nicht verstehen. Manchmal neugierig, wie Kinder. Gespannt auf die Antwort. Manchmal verzweifelt. In ängstlicher Erwartung einer Hiobsbotschaft.

Wir sollen fragen, ja wir müssen fragen. Unser Suchen macht uns aus. Würden wir nicht mehr suchen, wären wir leichtgläubig stehen geblieben. Würden wir nicht mehr fragen, würde Gott zum steinernen Gesetz werden. Wo er doch das lebendige Evangelium ist. Die Worte von der Hoffnung auf Freude und Glück. Hier und jetzt.

Hier und jetzt hören wir: Fang mich doch! Und gleich darauf: Hier bin ich! Hier bin ich! Gott kommt uns entgegen. Jederzeit. Aber wir verlieren ihn aus den Augen, wenn wir krampfhaft meinen, wir müssten ihn erst noch entdecken und dann einfangen. Dabei reicht es, sein Rufen zu hören: Hier bin ich!

(bt)

 

 

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