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Wort zum Tag

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Dienstag, 19. Februar 2019

Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort. Psalm 119,81

Der Beter des längsten Psalms hängt an Gottes Lippen! Er wartet sehnsüchtig auf ein Wort und buchstabiert seine Sehnsucht buchstäblich von A bis Z beziehungsweise von alefb\staw. Jeder Abschnitt beginnt mit einem neuen Buchstaben. Im Vers 81 ist er beim Buchstaben /cfl/angelangt. Der Psalmist wartet auf ein Wort und macht doch viele Worte!
Hätte er sich nicht kürzer fassen können, sich auf diesen einen Vers konzentrieren und sich die restlichen hunderteinundsiebzig schenken können? Ja und Nein. Er muss nicht viele Worte machen.
Ein anderer Beter bringt es schön auf den Punkt: «Ich bin nicht würdig, dass du eintrittst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird mein Diener gesund.» (Matthäus 8,8) Es ist die Entgegnung des Hauptmanns von Kafarnaum, nachdem Jesus ihm angeboten hatte, zu ihm zu kommen und seinen kranken Diener zu heilen. Der Satz wurde in der Messe aufgenommen und umgewandelt: «Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.»

Ein Wort genügt. Es ist ein wirksames Wort, das tut, was es sagt. Der Hauptmann hat das gut begriffen und kommt schnell zur Sache. Und der Psalmist mit seinen 172 Versen? Plappert er? Nein, er lässt seine Seele sprechen. Er will dem, der auch das A und O ist, ein Gedicht verschenken, das von alef bis taw geht. Er will seine Liebe ausdrücken: mit seinem ganzen Herzen und mit seiner ganzen Seele und mit seinem
ganzen Gemüt.

(bt)


 

 

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